Mit der GY-57 auf MSC Schollenfang

Was heißt Transparenz? Wie kann man Wildfang rückverfolgen? Bis aufs Boot, sagen wir. Klaas Kramer fischt mit seiner Crew für die Binca Group MSC Schollen in der Nordsee.

Diese Crew ist berühmt

Es gibt wohl weltweit nicht viele Fischer, die es zu einer eigenen Fernsehserie gebracht haben. Unser Fischer Klaas Kramer hat das geschafft: Zusammen mit seiner Mannschaft sind sie „De Urker Vissers“ und bekannt aus dem öffentlichen Fernsehen der Niederlande. Die Serie aus dem Jahr 2013 berichtet über den interessanten und harten Beruf der Fischerfamilien Kramer aus Urk, die mit voller Leidenschaft seit vielen Generationen Nordseefischer sind.

Jeden Montagmorgen genau 1 Minute nach Mitternacht beginnt für Fischer Klaas die Arbeitswoche. Dann steigt er in seinen Wagen und holt seine Crew in Urk ab. Gemeinsam fahren sie zum Hafen nach Harlingen, wo ihr Schiff die GY-57 Eben Haëzer ankert.

Nach einen routinemäßigen Check laufen sie aus und begeben sich auf ihre neunstündige Fahrt zu der Doggerbank. Hier fischen Klaas und seine Männer die größten und besten Schollen für uns. Die Arbeit an Bord ist äußerst kräfteraubend und schwer, in einem 2 Stunden Rhythmus wird Tag und Nacht gearbeitet.

Gutes Gewissen

Die Scholle lebt am Meeresboden und kann nur mir Geräten gefangen werden, die ebenfalls nah am Meeresboden eingesetzt werden. Klaas fischt auf der Doggerbank mit Twin Rig, einem sehr leichten und schonenden Fanggerät, das aus zwei Grundscherbrettnetzen besteht.

Die Schollen werden dabei mithilfe vibrierender Drähte vom Meeresboden ins Netz geleitet. Die Berührungen mit dem Meeresboden sind weniger stark und so sind auch die Auswirkungen des Fanggerätes niedriger. Ein weiterer Vorteil für die Umwelt ist, dass Klaas durch den Einsatz des leichteren Twin Rig viel Treibstoff sparen kann.

Klaas' Netze sind großmaschig mit einem Abstand von 12-14 cm geflochten. Damit kann er sicherstellen, dass kleine Fische und junge Schollen wieder aus dem Netzen flüchten können. Nur rund 1-2 Prozent des Fangs sind Beifang. Dank der nachhaltigen Fangmethode ist die Scholle von Klaas durch das Marine Stewardship Council (MSC) zertifiziert. Durchschnittlich fängt Klaas ca. 20-25 Tonnen pro Woche.

Vom Fang bis zum Kunden

Schollen sind wegen ihres weißen, schmackhaften Fleisches äußerst beliebt. Fischer Klaas und seine Crew tun alles dafür, dass die hochwertige Nordsee-Scholle in bester Qualität auf den Teller kommt. Das fängt schon beim Fang an: Nach ungefähr vier Stunden werden die Twin Rig Netze an Bord geholt, die Schollen von der Crew schonend und sorgfältige ausgenommen und sortiert. In großen Behältern mit Eiswasser werden die Fische fangfrisch gehalten.

Donnerstagnachts ist das Fischen beendet und die die GY-57 macht sich wieder auf ihren Weg nach Harlingen. Am Freitagmorgen werden die Schollen direkt in der Produktion in Urk abgeladen und dort innerhalb kürzester Zeit nach Gewicht sortiert und filetiert. Es wird strickt darauf geachtet, dass die Kühlkette kontinuierlich beibehalten wird.

Klaas liebt seine Arbeit und ist stolz auf die hohe Qualität seiner Schollen. Deshalb gehen die Fische auch nicht auf die sonst übliche Fischauktion in Urk, sondern direkt zur Verarbeitung in eine Produktion, mit der er seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Dort werden die Schollen je nach Kundenwunsch als Naturfilet oder in Panade weiterverarbeitet - und das völlig ohne chemische Behandlung. Denn was von Klaas auf der GY-57 gefischt wird, bleibt natürlicher, rückverfolgbarer Fisch – vom Fang bis zum Teller!